Archiv der Kategorie '01. Mai 2014'

Über den Tellerrand schauen: Internationalisierung als Gewinn für die Hochschulen in Kaiserslautern – Pressemitteilung vom 29.04.2014 der Fachhochschule Kaiserslautern

„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“ – schon Goethe wusste umdie Bedeutung des Kennenlernens fremder Kulturen. Da gerade im Bereich Bildungder internationale Austausch grundlegend ist, werden nicht nur hierzulande große Anstrengungen unternommen, die Internationalisierung an den Hochschulen,aber auch im Ausbildungsbereich zu fördern. Unter Erasmus+ sind die neuen EU-Bildungsprogramme zusammengefasst, die am 1. Januar in Kraft getreten sind und die Ziele der Strategie Europa 2020 unterstützen sollen. Sie fassen die bisherigen Einzelprogramme für Bildung, Jugend und Sport in einer neuen vereinfachten Programmstruktur zusammen. Damit sind die Hochschulen noch stärker als bisher aufgerufen, die internationale Mobilität von Studierenden und Lehrenden sowie den wissenschaftlichen Austausch voranzutreiben.

Die internationale Ausrichtung der beiden Hochschulen in Kaiserslautern zeigt sich schon bei den Studierenden. 2.041 ausländische Studierende sind zurzeit an derTU eingeschrieben; das sind 14,4 Prozent der Gesamtstudierendenzahl. An über 220 Partneruniversitäten weltweit können Studierende und Wissenschaftler der TU Kaiserslautern studieren und forschen – und die Tendenz ist seit Jahren steigend. 106 Studierende wählten im Wintersemester 2013/14 eine ausländische Partneruniversität für ein Auslandssemester.

„Internationalität ist wichtig und bedeutsam für die Wissenschaft“, so TU-Präsident Prof. Dr.Helmut J. Schmidt mit Verweis auf viele erfolgreiche internationale Lehr- und Forschungsprojekte an der TU. Zudem ist die TU Mitglied im Universitätsverbund Universität der Großregion (UniGR), dem neben der TU Kaiserslautern auch die Universitäten Lothringen, Lüttich, Luxemburg, des Saarlandes und Trier angehören. Ziele der UniGR sind u.a. die Erhöhung der Mobilität von Studierenden und Forschern sowie die gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen und die Initiierung von gemeinsamen Forschungsprojekten.

Aber auch die Fachhochschule zeigt sich mit einem Anteil von rund 11 Prozentausländischer Studierender aus rund 80 Nationen und über 100 Partnerhochschulen weltoffen. Professor Albert Meij, Leiter des Akademischen Auslandsamtes der FH ist selbst gerade von einem Forschungssemester in Japan zurückgekehrt. Er empfindet ein Auslandssemester als „unglaubliche Bereicherung“, von dem man „rundum erneuert“ zurückkomme. Dabei sei nicht nur das Lernen von anderenKulturen ein Gewinn, sondern auch die Herausforderung, unter völlig anderen Bedingungen effektiv arbeiten zu müssen. Die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen ist aber auch an der eigenen Hochschule möglich: „Internationalization at Home“ ist hier ein Stichwort, das an Bedeutung gewinnt. An der Fachhochschule werden interkulturelle und internationale Kompetenzen in Veranstaltungen des Programms „Förderung der sprachlichen und interkulturellen Kompetenz“ erworben.

Das im Fachbereich Informatik der TU angesiedelte Internationale Graduiertenkolleg 1131 arbeitet eng mit den amerikanischen Partneruniversitäten University of California, Davis, der Arizona State University, Tempe, und der University of Utah, Salt Lake City zusammen. Ein Agreement of Cooperation besteht mit der University of California, Davis. Renommierte Wissenschaftler/innen des Fachbereichs Biologie der TU Kaiserslautern, der medizinischen und biowissenschaftlichen Fakultäten der Universität des Saarlandes und der Fakultät für Medizin/Zahnmedizinder Universität Alberta in Kanada untersuchen im Internationalen Graduiertenkolleg 1830 Membranproteine, deren Fehlfunktionen im Zusammenhangmit schwerwiegenden Erkrankungen des Menschen stehen.

Ebenso gibt es an der FH viele Beispiele für einen fruchtbaren internationalen Austausch in der Forschung. Entsprechende Förderprogramme sind dabei hilfreich. An der FH werden z.B. mit EU-Unterstützung in der Großregion SaarLorLux Kontakte zu Hochschulen und Wirtschaftsförderern im benachbarten Frankreich, Belgien und Luxemburg etabliert. Im Rahmen von EU Projekten arbeiten Forscher der FH auf dem Gebiet der Mikro- und Nanotechnik mit Wissenschaftlern aus England, Italien, Irland, Portugal, Schweiz, Slowakien, Japan und China zusammen und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) finanziert wissenschaftliche Austauschprojekte in der Arbeitsgruppe Biomedizinische Messtechnik mit Hongkong und im Bereich Biotechnologie mit Serbien.

„Über den eigenen Tellerrand zu schauen, von anderen Kulturen zu lernen, ist immer ein Gewinn. Hochschule, Wissenschaft und Forschung sind nur international denkbar!“, ist FH Präsident Prof. Dr. Konrad Wolf überzeugt, „gerade in Bildung und Forschung bringt uns die Internationalisierung enorm voran.“

Ansprechpartner:Prof.Dr. Konrad Wolf, Präsident der FH Kaiserslautern / Tel: 0631/3724-2100 / Mail: praesident@fh-kl.de

01. Mai 2014, Kaiserslautern: Rassistischer Hetze keinen Meter! – Faschisten bedrohen Flüchtlinge an ihrer Unterkunft

Am Samstag, den 26. April 2014, kam es am AsylbewerberInnenheim in Kaiserslautern zu einem rassistischen Angriff. Die faschistische Partei NPD plakatierte im gesamten Viertel (Grübentälchen) ihre volksverhetzende Propaganda.

Eine Gruppe von Nazi-Skinheads bedrohte nach dem Plakatieren die BewohnerInnen des Flüchtlingsheims im Asternweg, weshalb mehrere Familien in die oberen Stockwerke flüchteten. Im Anschluss gingen die Nazis in eine benachbarte Kneipe. Die vorbeifahrende Polizei hielt es nicht für nötig, den Rassisten einen Platzverweis zu erteilen.

Am Nachmittag provozierten mehrere Nazi-Skinheads, sehr wahrscheinlich die gleichen wie im Asternweg, an einem alternativen Café in der Innenstadt von Kaiserslautern die Gäste und die Besitzerin und verteilten Flugblätter der NPD.

Beide faschistischen Gruppen reisten mit Autos (u.a. der gelbe Bus von Markus Walter) aus Pirmasens an.

Der rassistischen und faschistischen Mobilmachung müssen wir jeden Tag – insbesondere am 1. Mai – entschlossen entgegentreten.

Der Aufmarsch der NPD in Kaiserslautern muss verhindert werden.

Kommt alle am 1. Mai nach Kaiserslautern – 10 Uhr, Stiftsplatz!

01. Mai 2014, Kaiserslautern: Rassistischer Hetze keinen Meter!

Die Faschisten aus der NPD haben ihre zentrale Wahlkampfveranstaltung in Südwestdeutschland für den 01. Mai 2014 in Kaiserslautern angekündigt. Ein breites Bündnis aus antifaschistischen Kräften mobilisiert zu direkten Aktionen gegen den rassistischen und faschistischen Aufmarsch. Wir werden Euch im folgenden über die Vorbereitungen, Mobilisierung und Hintergründe informieren.

Die Faschisten planen ihre Veranstaltung unter dem Motto „Europa wählt rechts – die Pfalz wählt NPD!“ abzuhalten. Diese soll um 11:00 Uhr auf dem Messeplatz beginnen, hier wollen sie bis 12:00 Uhr Redebeiträge halten, danach wollen sie loslaufen. Die Veranstaltung ist bis 19:00 Uhr angemeldet. In Facebook wurde angekündigt, dass man im Anschluss noch gemeinsam den Abend ausklingen lassen möchte; an dieser Stelle sei erwähnt, dass die NPD sich seit einigen Wochen mit einer neuen Stammkneipe in Kaiserslautern brüstet.

Die genaue Route der Nazis ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bestätigt, sie planen allerdings quer durch die Innenstadt (Stiftsplatz: Kundgebung) zu marschieren, ein Konzert (Kaiserbrunnen; Altstadt) mit Frank Rennicke (Liedermacher, 2009 und 2010 Bundespräsidentschaftskandidat der NPD und DVU) abzuhalten und anschließend vor dem Asylbewerberheim (Asternweg; Grübentälchen) ihre Abschlussreden zu halten.

Als RednerInnen wurden folgende Personen angekündigt: Ricarda Riefling (Bundespolitische Sprecherin für Familienpolitik, Vorsitzende des „Rings Nationaler Frauen“ (RNF), stellvertretende Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Bezirkstagskandidatin für die Pfalz), Melanie Schlinck (Spitzenkandidatin für den Stadtrat in Kaiserslautern, Führungsperson innerhalb der „Kameradschaft-Pfalzsturm“), Jan Jaeschke (Vorsitzender des Kreisverbandes Rhein-Neckar), Safet Babic (Vorsitzender des Kreisverbandes Trier), Markus Walter (Landesvorsitzender in Rheinland-Pfalz, Stadtrat in Pirmasens) und Marie-Christine Guibert (Abgeordnete des Front National im französischen Vichy), desweiteren wurden ein LKW und ein Lautsprecherwagen angemeldet.

Als Gegenakteure werden zwei Bündnisse in Erscheinung treten: „Kaiserslautern gegen Rechts“1, an welchem wir uns beteiligen, und ein „bürgerliches Bündnis“, welches durch den DGB initiiert wurde; beide arbeiten miteinander zusammen. Als gemeinsamer Beginn dient die Kundgebung „Gute Arbeit – Soziales Europa!“ (DGB) und die anschließende Bündnisdemonstration „Kaiserslautern ist bunt – nicht braun!“ um 10:00 Uhr auf dem Stiftsplatz. Weitere antifaschistische Kundgebungen sind auf dem Kennedyplatz (zwischen Messe- und Stiftsplatz) und am Asylbewerberheim im Asternweg, an welchem auch ein Fest und eine Menschenkette geplant sind, für jeweils um 10:00 Uhr angemeldet. Im Volkspark finden außerdem die 1. Mai-Feierlichkeiten des DGB statt.

Am Tag selbst wird es einen Ermittlungsausschuss (EA; hilft euch bei Problemen mit der Polizei, z.B. Festnahmen etc.), ein Infotelefon sowie einen Twitter-Account und ein dazugehöriger Hashtag geben.

Der Aktionskonsens von „Kaiserslautern gegen Rechts“ heißt: „Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen Naziaktivitäten. Von uns geht dabei keine Eskalation aus. Wir sind solidarisch mit allen, die unsere Ziele teilen und sich den Faschisten entgegenstellen.“

Treffpunkt:
10:00 Uhr – Stiftsplatz

Ein weiteres Infoupdate wird demnächst folgen.

1: „Kaiserslautern gegen Rechts“: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Verdi, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Die Linke, Die Grünen, Attac, Friedensinitiative Westpfalz (FIW), K.O.K.-Roaches (Kultur ohne Kommerz), VVN-BDA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten), Antifaschistische Jugend Kaiserslautern, Jusos in der SPD, Grüne Jugend, Linksjugend [’solid], Verdi Jugend, Lauter Jungs und Mädels e.V., Anarchistische Initiative Kaiserslautern/Kusel

++ NPD plant Aufmarsch für den 01. Mai 2014 in Kaiserslautern ++

Laut einem Facebook-Event, erstellt durch die NPD-Rheinland-Pfalz, plant diese am 01. Mai 2014 einen Aufmarsch unter dem Motto „Asylflut stoppen!“ in Kaiserslautern.

Da die bis jetzt bekannten zentralen Neonazi-Veranstaltungen am 01. Mai 2014 in Dortmund („Die Rechte“) und Plauen/Sachsen („Der dritte Weg“/„Freies Netz Süd“) stattfinden, wird Kaiserslautern für die NPD voraussichtlich den Charakter einer zentralen Veranstaltung für Süddeutschland einnehmen.

Durch die verkehrsgünstige Lage (S-Bahn Mannheim – Saarbrücken, Autobahnen A6, A63 und A62) bietet sich Kaiserslautern als Veranstaltungsort an. Es ist mit parteigebundenen und parteilosen Kräften aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Hessen zu rechnen.

Neben der Europa- und der Bezirkstagswahl finden am 25. Mai 2014 auch die Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz statt. Sowohl für den Stadtrat in Kaiserslautern als auch für den Bezirkstag hat die NPD Kandidatenlisten aufgestellt.

Die Vorbereitungen gegen den Naziaufmarsch haben begonnen. Für uns steht fest: 1. Mai – Nazifrei!

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Bündnis: „Kaiserslautern gegen Rechts“: kontakt@lautern-gegen-rechts.de