Archiv für Dezember 2016

Neue Wege gilts zu gehen…

neuewegegehen

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

hiermit erklären wir die Gruppe „Antifaschistische Jugend Kaiserslautern“ für aufgelöst. Wir haben unsere Ziele erreicht. Jetzt gilt es, neue Wege zu gehen.

Wir haben uns im Januar 2012 gegründet. Unser Ziel war es, eine antifaschistische Jugendbewegung in Kaiserslautern zu schaffen und diese zu organisieren.

Unser politisches Selbstverständnis basierte auf dem Konsens, dass „Kampf dem Faschismus“, auch „Kampf dem Kapitalismus“ bedeutet. Dies haben wir auf der Straße und in unseren Texten erfolgreich vermittelt.

Es war uns bewusst, dass wir eine breite Bewegung gegen das rechte Spektrum benötigten, deshalb gründeten wir im Jahr 2013 das Bündnis „Kaiserslautern gegen Rechts“ und stellten in den ersten Monaten die organisatorische Basis. Dennoch haben unterschiedliche Akteure in der vergangenen Zeit die Möglichkeit geschaffen, dass außerparlamentarische linke Gruppen innerhalb des Bündnisses unter Druck gesetzt werden können – unterschiedliche staatliche Institutionen hatten offensichtlich ihre Finger mit im Spiel.

Neben Großprojekten, wie dem 1. Mai 2014 und dem 14. März 2015, an denen die neofaschistische NPD Demonstrationen durchführte, waren wir mit unterschiedlichen rechten Aktionen konfrontiert, gegen welche wir Widerstand leisteten. Es entwickelte sich eine offensive Jugendbewegung, die mit vielfältigen Aktionsformen auf sich aufmerksam machte, wodurch es nur noch zu vereinzelten Aktionen aus dem rechten Spektrum kommt.

Heute gehen wir mit hunderten Menschen gemeinsam auf die Straße, darunter mehrheitlich Jugendliche. Viele haben sich mittlerweile in Initiativen organisiert (z.B. Geflüchtetenhilfe oder linke Gruppen).

Dennoch sind wir der Ansicht, dass wir im Kampf gegen den Rechtsruck innerhalb unserer Gesellschaft eine selbstständige Organisation benötigen: ein parteiübergreifender Zusammenschluss von Antifaschisten und Antifaschistinnen. Einen ersten Schritt dahin haben wir getan. Es ist uns dennoch nicht gelungen, eine gemeinsame Organisation zu schaffen oder vorhandene Strukturen zu nutzen.

Daher sind wir zum Ergebnis gekommen, dass unsere Gruppe weder strukturell noch ideologisch dazu in der Lage ist. Wir haben uns daher entschlossen, dieses Projekt für beendet zu erklären. Es wird nun Zeit, dass wir neue Wege gehen.

Zum Schluss möchten wir uns an das Bündnis und an die Jugendlichen in Kaiserslautern wenden: Die Geschichte lehrt uns, dass sich die antifaschistischen Kräfte nicht aufgrund ideologischer Differenzen spalten lassen dürfen.

Aus dem Selbstverständnis von „Kaiserslautern gegen Rechts“ (und vielen anderen) zitieren wir:

„Wir sind solidarisch mit allen, die unsere Ziele teilen und sich den Faschisten entgegenstellen.“